Grundlagen

Der Aktenplan

Ein Ordnungssystem, das dem Sachverhalt folgt statt der Zuständigkeit – und deshalb auch dann noch trägt, wenn die Abteilung umbenannt wird.

Aufbau: drei Ebenen genügen

Ein Aktenplan gliedert das Schriftgut hierarchisch: HauptgruppeGruppeUntergruppe. Aus der Position ergibt sich das Aktenzeichen, unter dem der Vorgang geführt wird.

Aus 5 Bauen und Wohnen51 Bauleitplanung511 Bebauungspläne wird das Aktenzeichen 511. Jeder im Haus weiß damit, wo ein Bebauungsplan liegt, ohne zu wissen, wer ihn bearbeitet hat.

Wer tiefer gliedert, erzeugt bei jeder Ablage eine Entscheidungsfrage — und genau dort entstehen Fehlablagen. Feinere Unterscheidungen gehören in Metadaten wie Jahr, Status oder Vertragspartner, nach denen sich ohnehin filtern lässt.

Beispiel: Kommunalverwaltung

Die klassische Gliederung nach Sachgebieten, wie sie in vielen Kommunen in Varianten im Einsatz ist. Als Ausgangspunkt gedacht, nicht als Vorschrift.

Beispielgliederung eines kommunalen Aktenplans
Nr.HauptgruppeBeispiele
0Allgemeine VerwaltungOrganisation, Personal, Recht, IT
1Öffentliche Sicherheit und OrdnungOrdnungsamt, Brandschutz, Melderecht
2Schule und KulturSchulträgeraufgaben, Bibliotheken, Museen
3Soziales und JugendSozialhilfe, Kindertagesstätten, Jugendhilfe
4Gesundheit und SportGesundheitsaufsicht, Sportstätten
5Bauen und WohnenBauleitplanung, Baugenehmigungen, Liegenschaften
6Öffentliche EinrichtungenVerkehr, Ver- und Entsorgung
7Wirtschaft und VerkehrWirtschaftsförderung, Märkte
8FinanzenHaushalt, Steuern, Abgaben, Kasse

Beispiel: mittelständisches Unternehmen

Dieselbe Logik, auf betriebliche Sachgebiete übertragen. Die Zehnerschritte lassen Raum, später Gruppen einzuschieben, ohne alles neu zu nummerieren.

Beispielgliederung eines betrieblichen Aktenplans
Nr.HauptgruppeBeispiele
10UnternehmensführungGesellschafterbeschlüsse, Strategie, Beteiligungen
20PersonalPersonalakten, Arbeitszeit, Weiterbildung
30Finanzen und SteuernBuchhaltung, Jahresabschluss, Betriebsprüfung
40Einkauf und LieferantenLieferantenakten, Rahmenverträge, Lieferscheine
50Vertrieb und KundenKundenakten, Angebote, Aufträge, Reklamationen
60Produktion und TechnikTechnische Dokumentation, Qualität, Wartung
70IT und InformationssicherheitSysteme, Lizenzen, Datenschutz, Verfahren
80Recht und ComplianceVerträge, Versicherungen, Rechtsstreitigkeiten

Vom Plan zur gelebten Ablage

Ein Aktenplan im Intranet-PDF ändert nichts. Er wirkt erst, wenn das System ihn durchsetzt: Wenn jede neue Akte die vorgesehenen Fächer automatisch mitbringt, muss niemand mehr entscheiden — und niemand erfindet einen eigenen Ordner.

In Aktenplatz hinterlegen Sie die Struktur einmal als Vorlage. Aufbewahrungsregeln hängen dann am Fach statt am einzelnen Dokument, wodurch sich die spätere Aussonderung nach Fristen automatisieren lässt.

Häufige Fragen zum Aktenplan