Grundlagen

Dokumentenverwaltung

Was dazugehört, woran sie in der Praxis scheitert und in welcher Reihenfolge man sie aufsetzt. Ohne Software-Empfehlung in den ersten Absätzen.

Was der Begriff umfasst

Dokumentenverwaltung meint die geordnete Erfassung, Ablage, Auffindbarkeit und Aufbewahrung geschäftlicher Unterlagen — vom Angebot über den Vertrag bis zum Prüfbericht. Sie ist zuerst eine organisatorische Aufgabe und erst danach eine Frage der Software.

Das erklärt, warum Einführungsprojekte scheitern, obwohl das Werkzeug funktioniert: Wenn vorher niemand entschieden hat, wie abgelegt wird, bildet das System nur die vorhandene Unordnung ab — schneller durchsuchbar, aber genauso unklar.

Die Abgrenzung zum Dokumentenmanagementsystem ist deshalb einfach: Die Verwaltung ist die Aufgabe, das DMS das Werkzeug dafür.

Die vier Bausteine

Unabhängig von Branche und Größe entscheidet sich an diesen vier Punkten, ob eine Dokumentenverwaltung im Alltag trägt.

Eine Struktur, die vorher feststeht

Der häufigste Fehler ist, die Ablage wachsen zu lassen. Wer erst später ordnet, ordnet doppelt. Legen Sie die Struktur fest, bevor das erste Dokument abgelegt wird — nach Sachverhalten, nicht nach Abteilungen, damit sie eine Umorganisation übersteht.

Auffindbarkeit statt Ordnerpfad

Sobald mehr als eine Person ablegt, versagt jede Ordnerlogik irgendwann. Volltextsuche über Inhalte — auch über gescanntes Papier per Texterkennung — löst das Problem dauerhaft. Der Ordnerpfad wird dann zur Nebensache.

Nachvollziehbarkeit

Wer hat wann was geändert, und welche Fassung galt zu welchem Zeitpunkt? Ohne Versionierung und Protokoll ist das nach zwei Jahren nicht mehr zu beantworten. Bei Prüfungen und im Streitfall entscheidet genau diese Frage.

Zugriff nach Rolle

Nicht jede Person darf jede Akte sehen. Personalunterlagen, Verträge und Mandantendaten brauchen abgestufte Rechte — und den Nachweis, dass sie eingehalten wurden. Ein Netzlaufwerk mit Gruppenordnern leistet das nur scheinbar.

In welcher Reihenfolge man vorgeht

  1. Bestandsaufnahme. Welche Dokumentarten fallen an, in welcher Menge, und wer arbeitet damit? Meist zeigt sich, dass fünf Arten 80 Prozent des Volumens ausmachen.
  2. Fristen klären. Wie lange muss jede Art aufbewahrt werden, und wann muss gelöscht werden? Beides sind Pflichten, nicht Optionen. Die Fristen stehen unter Akten archivieren.
  3. Struktur festlegen. Nach Sachverhalten gliedern, nicht nach Zuständigkeiten. Wie das systematisch geht, zeigt der Aktenplan.
  4. Rechte definieren. Wer darf sehen, wer bearbeiten, wer löschen — je Bereich statt pauschal.
  5. Erst dann das Werkzeug wählen. Mit den ersten vier Antworten wird die Auswahl konkret statt zur Funktionsliste.

Häufige Fragen zur Dokumentenverwaltung